Bürgerbündnis Wiesenthal – EINZ

Wir sind das Bürgerbündnis Wiesenthal – EINZ und sind mit sechs Mitgliedern im Stadtrat des Kurort Oberwiesenthal vertreten. EINZ stellt damit die stärkste Fraktion im Stadtrat.

EINZ ist offen für alle Menschen welche Interesse an der Gestaltung des gemeinschaftlichen und politischen Lebens in Hammerunterwiesenthal und Oberwiesenthal haben.

Wir haben Werte und Ziele definiert und erklären in unserem Positionspapier was EINZ ist und wofür EINZ steht!

Aktuelles

26.06.2019

Die EINZ – Stadträte haben am gestrigen Dienstagabend die Einladung des Bürgermeisters zu einer offenen Gesprächsrunde angenommen.

Aus unserer Sicht sollte das Thema eine zukünftig faire, transparente, vernünftige und lösungsorientierte Zusammenarbeit aller Stadträte (aller Parteien!) im Mittelpunkt stehen.

Nach knapp 1,5 h Stunden mussten wir aber feststellen, dass es sehr unterschiedliche Wahrnehmungen zum Veränderungsbedarf in der Stadt, im Rat und in der Verwaltungsarbeit gibt.

Wir stehen konsequent für Kommunikation mit allen kommunalen Akteuren zur Verfügung. Denn nur durch die Kommunikation miteinander können wir Wiesenthal voranbringen.

Wir hoffen sehr, dass es bis zu den ersten Ratssitzungen (Mitte August) noch positive Bewegungen für ein besseres Miteinander gibt. Nur gemeinsam kommen wir voran!

Stellungnahme 8er Sesselbahn

Stellungnahme zum Planfeststellungsverfahren zum Vorhaben „Ersatzneubau 8er Sesselbahn am Kleinen Fichtelberg“ in Kurort Oberwiesenthal

Sehr geehrte Damen und Herrn,

das Bürgerbündnis Wiesenthal-EINZ bezieht Stellung zum Bauvorhaben 8er Sesselbahn am Kleinen Fichtelberg.

Geplant ist die Errichtung einer kuppelbaren 8er Sesselbahn als Ersatz für die bestehenden Schleppliftanlagen unter Beibehaltung des Kurvenliftes im oberen Bereich.

Das Vorhaben lehnen wir in seiner Gesamtheit ab.

Zur Begründung:

  1. Missverhältnis Pistenfläche zu Beförderungskapazität

Wie bereits 2003 in der Ecosign Studie festgestellt, weist das gesamte Skigebiet mit den bestehenden Anlagen ein 23 prozentiges Überangebot an Transportkapazität im Verhältnis zur Pistenfläche auf.
Dieses Verhältnis hat sich mit der Stilllegung des langen Einersesselliftes noch weiter zum Negativen verändert.
Es wurde in der Studie festgestellt, dass die Anlage der 4er Sesselbahn ein annähernd ausgeglichenes Verhältnis zwischen Pistenkapazität und Förderleistung besitzt. Die Anlage bedient dabei die Rennstrecke unter der Seilbahn, Piste 2 und die Trainingsstrecke am Wäldchen. Die gleichen Strecken werden durch die Schwebebahn bedient. Die Masse der Nutzer (ca. 70 %) befahren allerdings auf Grund ihrer Fähigkeiten die Piste 2 und die Trainingstrecke am Wäldchen.

Für die Schlepplifte C/D wurde ebenfalls ein ausgewogenes Verhältnis von Pistenkapazität und Förderleistung festgestellt.
Die geplante 8er Sesselbahn würde die ausgewogenen Verhältnisse, auf Grund der Beförderungskapazität und der verkürzten Trasse, negativ beeinflussen und damit zu einer Verschlechterung der Gesamtbedingungen im Skigebiet beitragen.

  1. Entstehung von Gefahrenstellen

Wir sehen bei der Umsetzung des geplanten Projektes die Entstehung neuer Gefahrenstellen.

Der punktuelle Ausstieg von 2800 bis 3400 P/h im Bereich der Hauptabflussrichtung von 4er Sesselbahn und Schwebebahn ist hierbei sicherlich der markanteste Gefahrenpunkt und sollte unbedingt vermieden werden.
Des Weiteren verläuft der geplante Trassenverlauf der 8er Sesselbahn mit seinen Stützen, Lichtmasten und Beschneiungsanlagen quer zu den bestehenden Beschneiungslanzen und schafft damit zusätzliche Hindernisse auf der Piste.
Eine weitere Verschärfung des Gefahrenschwerpunktes sehen wir im Bereich der Einmündung der Piste 2 auf die Piste 4.
Einerseits werden Skifahrer, welche die Piste 4 vollständig befahren wollen, zwangsläufig diese Einmündung nutzen müssen. Andererseits werden auf Grund des punktuellen Ausstieges von bis zu 3400 P/h der 8er Bahn und den zusätzlich ca. 2000 P/h von 4er Sesselbahn /Schwebebahn, trotz der Adaptierung des Geländes, diesen Bereich nutzen.
Dies führt zu einer Verdopplung des Skifahreraufkommens an einem ohnehin schon gefahrenträchtigen Punkt.

  1. Verkleinerung der Pistenfläche

Ein Verkleinern der bestehenden Pistenfläche im Skigebiet am Fichtelberg, bei gleichzeitiger Erhöhung der Beförderungskapazität, ist in keinem Fall hinnehmbar!
Zudem durch die Ecosignstudie ein Überbestand an Beförderungskapazität festgestellt wurde.
Die Errichtung der 8er Sesselbahn würde eine Erhöhung der Transportkapazität auf einer reduzierten Pistenfläche mit sich bringen.
Dieses Projekt steigert zwar den Komfort für die Gäste in der Beförderung, trägt aber insgesamt nicht zur Verbesserung der Attraktivität des Skigebietes bei. Speziell auf die Anforderungen an den Hauptskihang hat dieses Projekt eine negative Wirkung.
Die bestehenden Anlagen C/D besitzen eine maximale Beförderungskapazität von 2400 P/h und bieten die Möglichkeit der Nutzung der Pisten bis auf den Kleinen Fichtelberg. Wobei der Ausstieg der Skifahrer zur Hälfte direkt auf dem kleinen Fichtelberg erfolgt.
Für die geplante Anlage dagegen ist eine Kapazität von 2800 bis 3400 P/h nur bis zum Eckbauer vorgesehen. Eine weitere Nutzung der Strecke 4 von der Spitze des Kleinen Fichtelbergs soll durch eine Kapazität von 990 P/h gewährleistet werden. Dies ist allerdings nicht Bestand des Planfeststellungsverfahrens.
Das stellt eine Einschränkung der nutzbaren Pistenfläche dar.
Weiterhin wurde der Betrieb des langen Einersesselliftes eingestellt und die Pisten 6 und 7 stehen als Pistenfläche nicht mehr zur Verfügung.
Somit verliert das Skigebiet trotz einer neuen und modernen Liftanlage an Pistenfläche und damit an Attraktivität.

  1. Nutzbarkeit für alle Zielgruppen

Das Skigebiet am Fichtelberg ist ein Familienskigebiet und als Hauptklientel sind hier Skischüler und Anfänger zu verzeichnen.
Typischer Weise nutzen Skischulen zu Beginn der Skiausbildung, nach erfolgter Schulung der Grundfertigkeiten, den Schlepplift und die Schwebebahn zum Einstieg ins Skigebiet und meiden den 4er Sessellift als Variante für die ersten Schritte außerhalb des Übungsgeländes.
Die 20-jährige Erfahrungen aus dem Betrieb des 4er Sesselliftes belegt eine regelmäßige Überforderung der Skianfänger.
Es gibt Menschen mit Höhenangst, welche das Skigebiet verlieren würde, wenn hier nur noch Sessellifte als Zubringer vorhanden sind.

Daher bietet die geplante Variante 8er Sessel eben nicht allen Zielgruppen sichere und bedarfsgerechte Nutzungsmöglichkeit und schließt einen erheblichen Nutzerkreis aus.

  1. Windbedingungen

Die Windbedingungen am Fichtelberg haben in den letzten Jahren immer wieder zu Ausfällen der Schwebebahn und des 4er Sesselliftes geführt. Dabei ist eine Häufung der Ausfalltage feststellbar.
Bei der geplanten Variante ist auf Grund der Trassenführung (quer und freiliegend) über den Haupthang, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit einem ebenso häufigen Windausfall zu rechnen.
Die Ausführung der Sessel mit Wetterschutzhauben verstärkt dieses Phänomen, beim gezeigten Nutzerverhalten in Oberwiesenthal, noch zusätzlich.
Was kann das Skigebiet am Fichtelberg seinen Gästen bei Sturmtagen anbieten, wenn nur noch Sessellifte betrieben werden?

  1. Verbindung der Skiregion Klinovec-Fichtelberg

Das Projekt widerspricht einer anzustrebenden Zusammenführung der Skigebiete Fichtelberg mit dem Skiareal Klinovec. Eine Verbindung der beiden Skigebiete durch Liftanlagen wäre für die gesamte Interskiregion Klinovec-Fichtelberg eine Bereicherung und sichert den wirtschaftlichen Stand im oberen Erzgebirge.
Der Erhalt des Standortes kleiner Fichtelberg und die sach- und bedürfnisgerechte Modernisierung der Anlagen ist für die Skigebietsverbindung von essenzieller Bedeutung.
Die Trassenführung und Länge des geplanten Projektes steht einer sinnvollen und attraktiven Verbindung mit dem Klinovec entgegen.

Das Vorhaben ist somit insgesamt isoliert betrachtet und berücksichtigt nicht die Gegebenheiten und Bedürfnisse des gesamten Skigebietes am Fichtelberg.

Zielführend wäre eine variantenoffene Überarbeitung des Projektes unter Berücksichtigung der aufgeführten Punkte und als Bestandteil einer gesamtheitlich betrachtenden Modernisierung des Skigebietes.

Mit freundlichen Grüßen
Bürgerbündnis Wiesenthal EINZ

Schema Darstellung Lifttrassenverlauf 8ér Sessel